Konzept

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Mit dem Waldkindergarten wollen wir die Entwicklung des Kindes zu einer selbstbewussten, eigenverantwortlichen und gesellschaftsfähigen Persönlichkeit unterstützen. Das gibt den Kindern die Chance, einen selbstverständlichen, vertrauten Bezug zur Natur zu gewinnen.

Im Vordergrund steht das aktive Kind

Es darf Forscher und Entdecker sein, mit Nutzung aller seiner Sinne. Es findet genügend Zeit und Freiraum, um seinen Fragen nachzugehen und sich bei Bedarf Unterstützung einzuholen. Durch einen geschützten Rahmen mit Struktur, Regeln und Ritualen im Tages- und Jahresrhythmus bieten wir den Kindern die nötige Sicherheit und Orientierung in der Persönlichkeitsentwicklung.

Rahmenbedingungen

Die Waldkindergartengruppe ist ein Eltern-Erzieher-Verein. Das Waldstück ist ein geeigneter Wald (Größe der Gesamtfläche ca. 79,83 ha ) an der Straße zwischen der B 208 und Groß Molzahn. Dort befindet sich ein Bauwagen als Materiallager und Notunterkunft bei schlechtem Wetter. Am Bauwagen -befindet sich die Bio-Toilette und eine Unterstellmöglichkeit für den Bollerwagen.

Im Wald sind die verschiedenen Anlaufplätze-, die wir zusammen mit den Kindern entdecken und ihnen ganz besondere Namen -geben (die Namen entstehen mit den Kindern und den -Erlebnissen wie z.B. Kletterbaum, Märchenplatz oder Feenwiese).

Ziele und Aufgaben

unserer pädagogischen Arbeit im Lebensraum Wald

  • Naturerfahrungen sollen unseren Kindern helfen, sich in  bestimmten Lebenssituationen zurecht zu finden
  • Freude an der Natur wird gefördert, Grundlagen sie zu schützen, zu erhalten und zu achten werden gelegt
  • Natürliche und lustvolle Bewegungsanlässe und Möglichkeiten sollen das Wohlbefinden und die Gesundheit der Kinder stärken
  • Wahrnehmungs- und Sinnesforderung –  ein wichtiger Bestandteil der kindlichen Entwicklung
  • Experimentierfreudigkeit, Neugierde, Forscherdrang mit einfachen Mitteln unterstützen
  • Entwicklung der Ich-, Sach- und Sozialkompetenz

Naturerfahrung

Der Lebensraum „Wald“ soll unseren Kindern die Chance -geben, zur Natur und ihren Besonderheiten einen selbstverständlichen und ihnen vertrauten Bezug herzustellen.

Wichtig ist uns die Nutzung des Waldes für die Kinder als Spiel- und Bewegungsraum, wo sie authentische und ganzheitliche Erfahrungen sammeln.

Pflanzen und Tiere begegnen ihnen in der natürlichen Umgebung, sie erleben Veränderungen der Natur, erfahren etwas über ihre Beschaffenheit, sie lernen Unterschiede wahrzunehmen, mit ihnen umzugehen.

Beziehungen zur Natur werden durch eigene Aktivitäten der Kinder entwickelt, das Erkunden, Suchen, Erforschen wird zum Bestandteil ihres Lebens im Wald.

Die Umsetzung

  • Spaziergänge, Beobachtungsgänge, Sammeln von Materialien des Waldes (Zapfen, Eicheln, Kastanien, tote Hölzer, Steine, Äste usw.)
  • notwendige Regeln und Normen bestimmen unser Leben im Wald
  • Gespräche, Beobachtungen über Wetterbeobachtungen, Schlussfolgerungen für unser Leben im Wald
  • Herausfinden verschiedener Geräusche (z.B. Vogelstimmen)
  • Orte finden, zur Gestaltung von Märchen im Wald
  • Experimentieren mit naturgegebenen Materialien

Entwicklung sozialer Kompetenzen

Im Waldkindergarten ist auf Grund besonderer Gegebenheiten ein soziales Verhalten sehr wichtig. Durch den Aufenthalt der Gruppe im Wald erfahren die Kinder ein Gruppenzugehörigkeits- und sehr ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl.

Der phantasievolle Umgang mit der Natur und die wechselnden kreativen Rollenspiele ohne vorgefertigtes Spielzeug fördern ganz nebenbei und spielerisch Kommunikation, Sprache, -Konflikt- und Kritikfähigkeit sowie das soziale Verhalten der Kinder untereinander.

  • Überschaubarkeit der Gruppe (max. 15 Kinder) führt zu einem hohen Maße an Aufmerksamkeit und Verantwortlichkeit gegenüber der Gruppe und deren Mitglieder
  • aufeinander angewiesen sein, wechselseitiges Geben von Hilfe, aufmerksam machen auf Gefahren bzw. besondere Geräusche, Tiere, Spuren…
  • Rücksichtnahme bzw. Nutzbarmachen in Bezug auf Schwächen und Stärken einzelner Kinder aber auch der Gruppe unter Sicht verschiedenen Alters und Geschlechts
  • Kommunikation untereinander gewinnt an Bedeutung, da z.B. Spielzeug nicht vorgefertigt ist und Absprachen unter-einander notwendig sind (z.B. beim Bau einer Wippe, beim Tragen eines Astes, „dieser Stamm ist ein Lastauto“).

Die Kinder erhalten Zeit und Raum ihre Sinne zu entwickeln:

  • Tastsinn (Berührung mit Erde, Rinde)
  • Geruchssinn (Pilzduft, geschlagenes Holz, Kräuter)
  • Gehörsinn (Laubrascheln, Wind, Vogelzwitschern)
  • Gesichtssinn (Lichtspiele der Natur)
  • Geschmackssinn (Bucheckern)

Bewegungsförderung

im Zusammenhang mit Gesundheitserziehung im Lebensraum Wald:

Bewegung braucht das Kind, damit es gesund bleibt und sich wohl fühlt. Der Wald bietet viele Möglichkeiten für ausreichende Bewegungsaktivitäten, wir sehen sie als Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung unserer Kinder.

Schulvorbereitung

Selbstverständlich wird der Rahmenplan zur zielgerichteten Vorbereitung der Kinder auf die Schule im Waldkindergarten angewandt.

Die Leitbegriffe Bildung, Erziehung und Lernen finden umfassend Beachtung. Ziel bei der Umsetzung des Rahmenplanes ist es, bei den Kindern Freude am Lernen zu entwickeln, Kinder auf das Leben vorzubereiten und zur Bewältigung realer Lebenssituationen und Lebensanforderungen zu befähigen.

Die Schulfähigkeit des Kindes hängt vom Entwicklungsstand des kognitiven, des sozial-emotionalen und des körperlichen Bereiches ab.

Diese Bereiche fordern wir bei den Kindern mit altersentsprechenden Methoden und Angeboten, da die Schulvorbereitung nicht erst im Vorschuljahr beginnt.

Wir legen Wert auf die Förderung der Kinder z.B. in Bezug auf ihre:

  • Konzentrationsfähigkeit
  • Frustrationstoleranz
  • Kooperationsbereitschaft
  • Rücksichtnahme
  • Durchsetzungsvermögen
  • Neugierverhalten

Bewegungserziehung

Grundsätzlich gilt für uns:

  • Bewegung macht Spaß!
  • Bewegung fördert alle Bereiche der kindlichen Entwicklung!
  • Bewegung fordert die Gesundheit
  • Bewegung führt zueinander!

Der Wald stellt alle Spielgeräte für intensive Bewegungsangebote zur Verfügung. Die Grobmotorik wird durch Bewegungsherausforderungen entwickelt, wie z.B. Unebenheiten des Waldbodens, sowie dessen Gefälle bzw. Erhöhungen oder das Klettern über natürliche Hindernisse.

Das Kind trainiert ständig Muskeln, Gliedmaßenkoordination und Gleichgewichtssinn. Ist die Grobmotorik gefestigt, bildet sie die Grundlage zur Entwicklung der Feinmotorik.

Viele verschiedene Sing- und Bewegungsspiele werden täglich angeboten:

  • Musik, Ästhetik und bildnerisches Gestalten
  • nutzen der Vielfältigkeit der Farben der Natur (Erdfarben werden zu Tusche)
  • herkömmliche Mittel und Methoden finden ebenfalls Anwendung
  • Hörwahrnehmungen, Klangspiele, Lieder und Tänze
  • rhythmische Bewegung durch Nachahmung
  • Waldmusik mit Stock, Stein, Blättern, Gras

Im Bauwagen

Der Bauwagen dient uns als Materiallager und Notunterkunft bei Wetterunbilden. Er hat eine Gesamtgröße von etwa 19qm. Der Eingangsbereich (ca. 6qm) wird vorrangig als Garderobe für Jacken, Schuhe und Wechselsachen genutzt. Der Ess- und Spielbereich mit ca. 13qm wird multifunktional genutzt – Regale und Stauraum sind optimal an unsere Bedürfnisse angepasst. Ein Holz-Ofen sorgt an kalten Tagen für wohlige Temperaturen. Bei Wetterunbilden arbeiten wir hier an den begonnenen Inhalten und Projekten weiter.